Freitag, 10. Juli 2009

Urlaub

Es ist Ferienzeit und damit Urlaubszeit. Ich beschließe zunächst die Wochen mit Literaturrezensionen zu verbringen und beginne damit "Im Namen der Rose von Umberto Eco" aus der Bibliothek der Süddeutschen Zeitung.
Mir ist ein Mangel an Internationalität schmerzlich bewusst jedoch auf kurze Sicht kann ich nicht die Komponenten auseinanderhalten, die zum Sommer 2003 mit einer Hitzewelle und der Urlaubszeit mit dem Umzug in Zweitwohnungen und Strandquartiere und der Hitzeperiode mit dem Uralubsbeginn zum bestimmten Datum mit dem Zusammenbruch der sozialen Dienste eintraten auseinanderhalten, das Szenario war, daß in einem drückend heißen Sommer Pflegebedürftige im Altersheim abgegeben wurde und Pflegepersonal in Urlaub fuhr während die Hitzeauswirkungen selbst zu Nierenversagen und Austrocknung und Fieber führten.

Die Bedingungen der Meterologie 2009 sind different, es ist ein kalter verregneter Sommer und man wird eher an Erkältung und Durchnässung leiden, dieses Szenario ist geändert.

Es bleibt jedoch die Differenz dessen, was Martin Schulz von der Fraktion der Sozialisten an Joao Manuel Barroso zu einer zweiten Amtszeit als Kritik zu formulieren hat, die Hitzeperiode 2003 und Hitzetodesfälle und ein Versagen der sozialen Dienste hatte er als Ministerpräsident Portugals zu verantworten, Schulz jedoch genauso selbst wenn er sich in den kühlen Norden zurückzog.

2009 wird man Ungleichwichte in Europa als Immobilienbestand in Spanien annehmen, so daß die Bautätigkeit ungezügelt und über alle Maße erfolgreich verlief mit dem Ergebnis mangelhafter Infrastrukturanbindung und ohne soziale Dienste genauso so lange betrieben wie dem Bauherren das Geld reichte und danach wurde der Hammer weggeworfen, man hat somit eine Vielzahl von Spekulationsruinen, jedoch halb fertiggestellt oder unvermietet denn die Kalkulation beruhte darauf, daß der Mieter die Kapitaldienste erbringt und die Amortisierung durch den stetigen Fluß der Mietzahlungen erreicht wird, Zinsanpassungen wird die Geschäftsbank nach oben suchen jedoch eine exzessive Geldpolitik mit der Geldschöpfung wird die Zinsen nach unten treiben, effektive Arbeitsmarktpolitik reichte nur dazu diese Spekulationsruinen zu erstellen.

Man kann gerne auf Umberto Eco und die Anlage der Klöster zurückkommen, es ist interessant, hat jedoch mit dem Frauenproblem des Katholizismus zu tun, eine Problemlage, die angesichts des Pornografieangebots in Elektronik und Breitbandübertragungssystemen und Internet als Wachstumszweig anachronistisch wirkt, denn natürlich kann man die Homeoffices nur mit der entsprechenden Elektronik und Breitbandsystemen als Infrastruktur betreiben denn die Homeoffices haben die Bibliotheken Umberto Eco abgelöst, jedoch ist, wie er bemerkt, für die Handschriftabteilung des Klosters Sankt Gallen oder der Lesesäle die Synthese eingetreten daß jemand sowohl mit den Büchern arbeiten kann und Ergebnisse mit den Netbooks hochzuladen versteht, er besitzt somit fast nie mehr das Schreibequipment sondern nutzt einfache Elektronik.

Für die Frauen und die Ökonomie waren zwei Interviews von Belang, eines mit Ursula von der Leyen und einer Bloggerin, die eine Internetpetition von 134 000 Klicks für ungefilterten Zugang zu Porografie erreichte und für das Familienministerium, daß sie ein Gesetz zur Datenüberwachung an der letzten Sitzung des Bundesrates vor der Sommerpause durchbrachte, jedoch erreicht man Überwachungsaufgaben des Bundeskriminalamtes nur mit ausgeklügelten Programmen und letzlich kann niemand einen Vorteil von der Propagierung von Straftaten haben, damit ist es gesellschaftlich von Vorteil wenn deren Produktion unterbleibt, jedoch kann niemand einen Vorteil haben wenn die einzige Wachstumssparte beschränkt wird, die tatsächlich auf der höchsten technischen Perfektionsstufe die höchsten Profite erreicht, damit wird ein Rückbinden eben zu diesen technischen Systemen, wie sie Umberto Eco beschreibt führen, es kann sich niemand im Mittelalter der Geisteswissenschaft komfortabel einrichten und daher sind diese retrograden Utopien gefährlich, eine Konfrontation ist fast nutzlos.

Interview von Angela Merkel und Jana Hensel zur Rolle der Frau in der DDR und danach, da man schon zwanzig Jahre ohne Reisebeschränkungen und Mauer zu feiern gedenkt, beide Protagonstinnen ernst zu nehmen bedeutet die Publikation ernst zu nehmen oder eben die Hemdsärmeligkeit der unerfüllten Versprechen als heiße Luft zu kennzeichnen eben dessen, der Auftragserfüllung verspricht aber nie liefert und Kontrastierung dessen was als Banalität des Alltages in die Zeilen fließt wird eben den Leser nicht sattmachen, diese Gebrauchsliteratur und Verständigungsliteratur oder die Strandlektüre wird nie die Erfüllung großer Literatur bieten, es wirkt wie eine Süßstoffvergiftung falls es das gibt.

Kalter verregneter Sommer im Krisenjahr 2009.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen